Phase 1 Das Grundlagen-Seminar
Im Grundlagen-Seminar werden der „Einsteigerin“ zuerst einmal die Gerontologie-Inhalte theoretisch und praktisch vermittelt. Sie muss Grundsätzliches wissen und es bedenken und spüren lernen:
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Was man gemeinhin als Alter bezeichnet und versteht, ist eine
Vereinfachung und Verallgemeinerung, die den vielen Phasen und Facetten des
Alters nie gerecht wird. Das Cliché von den Alten behindert lebendigen Umgang mit
ihnen.
- Schon der Zugang auf einen alten Menschen mit diesem Cliché im Kopf disqualifiziert ihn – er wird dann unvermeidlich als Typ wahrgenommen statt als Mensch. Die stereotype Idee „alt“ verdrängt seine Individualität aus der Begegnung.
Der Umgang mit dem Alter und alten Menschen will deshalb gelernt sein. Dabei helfen die Differenzierungen der Gerontologie – wer sie gelernt und verinnerlicht hat, kann in der Begegnung gleichzeitig
- den spezifischen Alters-Aspekten des „Alten“ gerecht werden
- und doch auf den individuellen Menschen eingehen.
Einige wichtige Gerontologie-Grundsätze lassen sich zwar in wenige Worte fassen, aber ihre selbstverständliche Anwendung erfordert intensive Auseinandersetzung damit.
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Das individuelle Alter einer Person ist nicht in Jahren zu messen. Es entsteht im Zusammenspiel von
biographischen, körperlichen, psychischen, sozialen und gesellschaftlichen Einflüssen.
- Diese Einflüsse sind nicht im Alter plötzlich da – sie spielen schon das ganze Leben, und im Alter ergeben sich bloss neue Konstellationen.
- Verschiedene Altersphasen beschreiben die Auswirkungen dieser Konstellationen.
- In welchem Alter (nach Jahren) eine Person in eine andere Phase übertritt, ist von Person zu Person verschieden.
- Fortgeschrittenes Altern bringt naturgemäss Abbau mit sich, aber es kann auch Entwicklung bedeuten.
Im Grundlagen-Seminar wird für die Praxis gelernt, die Probleme der Abbau-Folgen zu lösen oder mildern und die Chancen für eine Entwicklung zu fördern. Dazu lernen die Teilnehmerinnen gerontologische Differenzierungen gründlich kennen und berücksichtigen.
Wichtig ist dabei auch das Arbeiten an der reflektierenden Vorwegnahme des eigenen Alters: Es bringt Verstehen nicht nur mit dem Kopf, sondern auch mit Herz und Hand – ganzheitliches Verstehen, das so wichtig ist für ein ungehemmtes Zugehen auf alte Menschen und den wertschätzenden Umgang mit ihnen. Dann können Begegnungen in entspannter Atmosphäre stattfinden, die letztlich auch Voraussetzung ist für Effizienz und Belastbarkeit in der Betreuung.
Wie Gerontologie und Individualpsychologie sich dabei ergänzen, eine Betreuerin in diese Verfassung zu bringen (blosses Wissen reicht nicht), sei mit folgendem Beispiel illustriert:
- Die Gerontologie erkennt und erklärt den Verlust von Autonomie und Kontrolle im Verlauf des Alterungsprozesses.
- Die Individualpsychologie hilft, eine ermutigende Haltung einzunehmen, dank der sich Verluste besser annehmen lassen.
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Werden die von beiden Seiten angesprochenen Wissens-, Denk-, Gefühl- und Handlungswelten nun theoretisch und
praktisch durchlebt und im eigenen Innenleben zusammengebracht, so entwickelt sich eine Persönlichkeit, die sowohl bewusst als auch selbstverständlich
verständnisvoll mit alten Menschen umgehen kann. (Eine solche
Persönlichkeit kann auch besser für sie denken, planen, administrativ oder politisch agieren.)
Zürich und Basel
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Seminare für Altersarbeit
